Azubi-Alarm: Lehrstellen leer, Bewerber frustriert (Folge 3)

Shownotes

In dieser Folge tauche ich tief in das Paradox der deutschen Ausbildung ein: Überall werden Azubis gesucht, doch viele junge Menschen gehen leer aus. Ich spreche mit Annette Fritzsche von der Handwerkskammer Leipzig über Zahlen, Ursachen und die unterschätzte Rolle des Handwerks. Gemeinsam hinterfragen wir Vorurteile, Generationskonflikte und die oft beschworene ‚Faulheit‘ der Jugend. Mit echten Beispielen und frischen Perspektiven zeige ich, warum Kommunikation, Sichtbarkeit und Offenheit auf beiden Seiten entscheidend sind. Hört rein, wenn ihr wissen wollt, wie aus Herausforderungen echte Erfolgsgeschichten werden können!


Quellen: https://www.dgb.de/fileadmin/download_center/Studien/ausbildungsreport2025_mid.pdf https://www.youtube.com/watch?v=ftXAKdlXCbQ&t=3s

Instagram: https://www.instagram.com/katringibtkontext/

Website: https://www.kontext-recherche.de

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00:00:01: Teil dieser

00:00:01: Antworten würde die Bevölkerung

00:00:02: verursachen.

00:00:03: Die Menschen setzen in Krisenzeiten völlig zu recht großes Vertrauen gegen die Politik, dass

00:00:08: nicht durch das Vielverhalten

00:00:10: einzelner zerstört werden kann.

00:00:21: Das ist ein tiefer schwarzer dunkler Sumpf und der muss

00:00:25: jetzt endlich offen sein.

00:00:27: Herzlich willkommen bei Context Deluxe.

00:00:29: Ich bin Katrin Engler, Freisjournalistin und in diesem Podcast beleucht ich Geschichten die hinter den alltäglichen Schlagzeilen untergehen.

00:00:37: Azubi dringend gesucht das heißt es überall bei den Betrieben.

00:00:42: gleichzeitig sieht man oft auf Social Media dass junge Menschen schreiben dass sie bei dem Bewerben für ein Ausbildungsplatz gehostet werden oder ihn am Ende doch abgesagt wird.

00:00:53: Sie werden einfach nicht fündig aber wie passt es zusammen?

00:00:57: Warum bleiben die Lehrstellen leer und wer trägt Verantwortung dafür?

00:01:00: Und was können wir eigentlich

00:01:01: tun?".

00:01:02: Ich habe wie immer keine Antworten für euch, aber Kontext.

00:01:10: Fangen wir mit ein paar Zahlen an!

00:01:12: Letztes Jahr – also im Jahrzooffekt von dem Jahrzehntag im Stichtag am dreißigsten September – noch fifty-fünfzig Tausend Ausbildungsstellen unbesetzt.

00:01:22: Das ist ein Rückgang von mehr als zwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr.

00:01:26: Es ist erst mal eine gute Nachricht.

00:01:27: weniger Stellen beim Unbesetzt.

00:01:29: Eine Haken an der Sache ist, dass die Zeit dieses Rückgangs daherkommt, dass wenige Ausbildungsplätze angeboten werden.

00:01:36: Gleichzeitig gab es letztes Jahr einen neuen Negativrekord bei jungen Menschen, die komplett leer ausgegangen sind – fast vierzigtausend unversorgte Bewerber in den vergangenen Jahren.

00:01:47: Das ist ein Plus von achtundzwanzig Prozent und neuer höchstwert seit dem Jahr.

00:01:53: Um diese Zahlen besser verstehen zu können, habe ich mit Annette Fritsche gesprochen.

00:01:58: Sie ist Pressesprecherin bei der Handwerkskammer Leipzig und sie kam auch schon in unsere ersten Folge zur Wort.

00:02:05: Unser Kamerbezirk, also das ist Leipzig.

00:02:07: Die Stadt und die beiden Landkreise Nord-Sachsen und Landkreis Leipzig umfassen ungefähr so zwölftausend Handwerksbetriebe.

00:02:15: Wir haben eine Lehrstellenbörse, die freiwillig befüllt werden kann von den Betrieben.

00:02:19: Da hatten wir als ich das letzte Mal reingeguckt habe Das mag hier zum Monat her sein, da hatten wir ungefähr hundert Stellen, die Frei

00:02:26: waren.

00:02:26: Da unser Gespräch im März stattgefunden hat werden einige dieser Ausbildungsstellen mittlerweile besetzt sein.

00:02:32: Aber warum reden wir jetzt von Handwerk, wenn wir doch allgemein über Ausbildung reden wollen?

00:02:37: Naja.

00:02:38: Von dreihundertundzwanzig staatlich anerkannten Ausbildungsberufen sind hundertdreißig im Handwerk also gut vierzig Prozent.

00:02:45: und wenn man jetzt sieht dass das deutsche Handwerk ungefähr dreißig Prozent der Gesamtwirtschaft ausmacht dann gibt es im Handwerk vergleichsmäßig viele Ausbildungsmöglichkeiten macht ja auch Sinn.

00:02:56: Es heißt ja auch Handwerk weil es dabei um wichtige technische künstlerische Fähigkeiten geht.

00:03:02: Von der Klage von Betrieben, dass sie keine Auszubildende bekommen hält Frau Fritsche auf jeden Fall nicht besonders viel.

00:03:09: Also soviel auch zu dem Thema.

00:03:11: es wird zwar immer groß geschrieben und gewunken.

00:03:14: wir finden niemand.

00:03:15: aber die Eigeninitiative fehlt eben auch manchmal von den Betrieben.

00:03:19: Und was wir auch immer wieder feststellen, die Betriebe, die sehr engagiert sind.

00:03:25: Die haben tatsächlich kein Problem also die sind dann halt.

00:03:28: in Sachsen gibt es zum Beispiel jetzt gerade wieder die Woche der offenen Unternehmen.

00:03:33: Die Schaurein heißt das wo man als Schüler der siebten achten neunten zehnten Klasse hingehen kann und einfach schauen kann was bietet der Betrieb an?

00:03:43: Was kann ich dort für eine Ausbildung machen?

00:03:44: Was können ich für einen Beruf erlernen?

00:03:47: und die, die da in der Regel dabei sind haben tatsächlich keine Probleme.

00:03:50: Und dann gibt es immer noch den Rest, der so ein bisschen abwartet.

00:03:54: Einfach mal abwarten – das bringt nix!

00:03:57: Zumal sind ja Betriebe auch nicht unbedingt sichtbar für die Interessierten.

00:04:01: Das Thema hatten wir schon in der ersten Folge.

00:04:04: Gerade in der Stadt geht das gut unter, weil es auch meistens zwischen Wohngebieten ist, wo man das vielleicht nicht unbedingt wahrnimmt und gar nicht auf die Idee kommt.

00:04:12: Auf dem Land glaube ich, ist es wieder anders.

00:04:14: da kennt man sich, da ist man befreundet, da isst es Familie Da ist der Einstieg wahrscheinlich leichter aber in der Statt ja ist es oft nicht sichtbar wahrscheinlich Und den Menschen ist auch nicht mehr bewusst was alles Handwerk überhaupt ist.

00:04:28: Also man kennt viele Berufe nicht mehr oder man denkt eben immer nur an Bau.

00:04:33: Aber dass jetzt zum Beispiel ein Bäcker oder einen Fleischer oder der Friseur auch Handwerk ist, da denken wenige dran.

00:04:40: Diese Sichtbarkeit oder eher Unsichtbarkeit in der Stadt kommt nicht von ungefähr.

00:04:45: Die bundesweit niedrigste Dichte an handwerklichen Betrieben haben Stadtstaaten wie Bremen, Berlin und Hamburg.

00:04:52: Dagegen haben Flächenländern wie Bayern, Thüringen oder Sachsen-Anhalt eine fast doppelt so hohe Handwerksdichte wie in diesen Stadtsstaaten.

00:05:00: Wenn wir bei unterschieden zwischen Bundesländern in Regionen bleiben, da ist es natürlich auch wichtig dass wir über historischen Kontext reden.

00:05:07: Der großen Einfluss auf die Betriebsstruktur hat zum Beispiel eben hier in Leipzig

00:05:12: Logischerweise durch die Phase der DDR Zeit fehlt Uns quasi so eine Erbengeneration, also das merkt man immer.

00:05:23: Wir hatten jetzt dieses Thema auch diese Woche mit Erbschaftssteuer.

00:05:26: Das betrifft eigentlich die meisten Betriebe hier gar nicht.

00:05:29: Die fragen sich, welche Grenze?

00:05:32: Da kommen wir niemals im Leben ran!

00:05:34: In Hamburg würde das sicherlich anders aussehen.

00:05:39: Also da bin ich mir ganz, ganz sicher Aber hier fehlt halt einfach diese eine Generation aus diesen vierzig Jahren.

00:05:46: Was hätte man da aufbauen sollen?

00:05:48: Also es hätte sowieso keinen Sinn gehabt, weil man wusste das Geld ist wertlos die Grundstücke sind wertlos also hat sich da keiner irgendwie die Mühe gemacht.

00:05:57: Ein Familienunternehmen mit hundert Jahre Tradition ist daneben schwer möglich.

00:06:03: und wie denn auch?

00:06:04: Das wird natürlich auch zu einer anderen Eigenwahrnehmung als die westdeutschen.

00:06:09: Kollegen haben

00:06:11: So ein bisschen dieses Selbstbewusstsein, das fehlt mir auch manchmal.

00:06:14: Das gefällt mir jetzt auch an dieser neuen Kampagne gut.

00:06:17: Handwerker sind immer so also zumindest hier so klein und bescheiden und wollen gar nicht groß in Erscheinung treten Und da einfach sich mal hinzustellen und zu sagen ach guck mal das habe ich gemacht das haben wir gebaut oder Wir sind Unternehmen in dritter vierter fünfter Generationen.

00:06:33: dass ist glaube Ich auch noch mal einen Unterschied weil es eben viel zu DDR-Zeiten auch zerstört worden ist von diesen Unternehmen oder dann halt in größeren Genossenschaften aufgegangen sind und eben kein eigenständiges Unternehmen mehr war.

00:06:46: Und dann hat man halt auch die Tradition nicht, oder fühlt sich vielleicht auch nicht so verpflichtet als Sohn oder Tochter zu sagen Na komm jetzt haben wir schon vier Generationen Jetzt machen wir die fünfte.

00:06:58: Ich glaube schon dass es auch nochmal einen Unterschied.

00:07:05: Aber nun wieder zurück zu unseren Auszubildenden.

00:07:07: Laut dem DGB-Ausbildungsreport, ist die Mehrheit der Ausbildung zufrieden mit ihrer Ausbildung im Betrieb.

00:07:15: Ungefähr siebzig Prozent sagen es sind zufriedene oder sehr zufriedenen und die, die in ihrem Wunschberuf eine Ausbildung machen haben eine Zufriedenheit von über achtzig Prozent.

00:07:25: Und wenn der Ausbildungsberuf nur eine Notlösung ist dann fällt die Zufredenheit auf fast dreißig Prozent.

00:07:32: Den Wunschtruf zu finden ist also der Erfolgsfaktor für eine gute Ausbildung.

00:07:36: Ein anderer Faktor ist die Betreuung im Betrieb.

00:07:40: Fehlende Ansprechpartner wirken sich massiv negativ auf die Zufriedenheit aus, das ist zum Glück nur bei einer Erminderheit der Fall!

00:07:47: Aber knapp ein Drittel der Auszubildenden hat kein betrieblichen Ausbildungsplan, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

00:07:54: Die formalen Standards für die Ausbindungsbetriebe sind klar!

00:07:57: Also dieser sogenannte Adda-Schein also Ausbildung der Ausbilder das ist bei uns Teil vier sozusagen und der gehört pflichtgemäß zur Meisterausbildung und nur wenn ich die habe kann ich jemand ausbilden.

00:08:12: Und wenn man eben diesen Ausbilderschein nicht über den Meister erworben hat, dann muss man ihn irgendwie anders vorweisen.

00:08:17: Also insofern ist zumindest so ein Standard gesetzt wie den dann halt jeder auslebt.

00:08:25: das ist dann wieder die andere Sache.

00:08:27: also ich glaube dass es auch tatsächlich sehr abhängig von Unternehmensgröße.

00:08:31: In der Regel haben wir wirklich fast nie mit größeren Betrieben zu tun weil sie sehr organisiert und strukturiert sind und das auch gut angehen sondern mehr mit den kleineren Betrieben, die wir dann unterstützen.

00:08:43: Und da sind unsere Ausbildungsberater vor Ort zu den Terminen auch wenn es sich abzeichnen sollte Richtung Abbruch der Ausbildung oder dass es schon vorher Konflikte gibt.

00:08:54: Dann versuchen sie das immer zu klären und zu vermitteln.

00:08:56: zwischen den Seiten

00:08:58: Gerade in kleinen Betrieben kann man sich natürlich weniger aus dem Weg gehen.

00:09:02: Gegebenfalls hat man ein Meister und einen Gesellen, und einen Azubi.

00:09:06: Es gibt weniger Zwischeninstanzen, Kontrollmechanismen Und von dem her ist es kein Wunder dass hier die Handwerkskammer öfter vermitteln muss.

00:09:14: Hier kommen dann doch immer wieder alte Glaubenssätze zum Vorschein.

00:09:18: Das hat jetzt gar nichts unbedingt mit dem Alter zu tun.

00:09:20: Also da hat halt jeder irgendwie so andere Ansichten.

00:09:23: und dieser Spruch Lehrjahre sind keine Herrenjahres Den gibts halt auch immer noch.

00:09:29: aber Eigentlich müsste einem klar sein, dass man damit heute niemand mehr vorm Ofen vorlockt.

00:09:34: Also klar muss man irgendwie am Anfang sich unterordnen und ein bisschen lernen.

00:09:38: aber trotzdem hat man ja auch eine eigene Meinung und kann als Lehrling auch befragt werden und mit einbezogen werden.

00:09:45: Und ich glaube da gibt es noch so Verbesserungsbedarf an der einen oder anderen Stelle.

00:09:51: Obwohl es eben eigentlich wie sie es auch sagt wenig mit dem Alter zu tun hat wird in der Öffentlichkeit doch oft eine Generationsdebatte draus gemacht.

00:10:00: Während meiner Recherche habe ich viele Gesprächsrunden, Talkshows, Podcasts gesehen, geschaut und gelesen.

00:10:07: Und wie es eben so ist für manche Punkte werden bestimmte Stimmführer die sich gut artikulieren können oder besonders gut geklickt werden heutzutage auch immer wieder in neue Formate eingeladen um den gleichen Punkt zu vertreten.

00:10:22: Ein bekanntes Gesicht hinter dem Vorwurf, die neue Generation ist zu faul, ist dem Unternehmer und Unternehmensberater Martin Limbeck.

00:10:30: In einem Diskussionsformat vom ZDF stellt er sich so vor.

00:10:33: Ich bin dafür bekannt dass ich sehr polarisiere und gerne für Menschen der Spiegel bin.

00:10:38: wir haben halt nur noch rund genutzt.

00:10:40: Meine Wahrnehmung immer mit ein paar wenigen Ausnahmen, junge Menschen da draußen die vieles für selbstverständlich halten.

00:10:47: Ich muss mir selber und kann mir selber das erarbeiten was ich möchte.

00:10:50: Die Möglichkeiten sind nach wie vor da.

00:10:52: jetzt kommt es aber ich muss mir die Händeschutz nicht machen.

00:10:54: Während sein Auftritten vertreten den Standpunkt dass die jungen Leute zuviel fordern aber nicht genug leisten.

00:11:00: Hier

00:11:00: nochmal Ausschnitte aus der CDF-Sendung.

00:11:06: Bei den jungen Menschen

00:11:29: mit denen er in dem Format diskutieren soll, erntet er dafür nicht gerade viel Verständnis.

00:11:34: Dafür ist seine Kommunikationsart wie leider oft während solchen Diskussionen nicht gerade produktiv zu fühlen sich eben die anderen Formateilnebenen auf den Situation gebracht erst mal was klarstellen zu müssen.

00:11:47: Was heißt denn überhaupt hohe Ansprüche?

00:11:50: Mir ist egal ob ein Unternehmen mir Obstkörbe bietet oder nicht.

00:11:54: Ich möchte erstmal an erster Stelle einen Job machen wo ich weiß dass ist auch gebraucht werde und mit anpacken kann.

00:12:01: Solche Diskussionen veranschaulichen sehr gut,

00:12:04: was

00:12:04: die Probleme in unserer Kommunikation sind bei dem Thema.

00:12:08: Es werden oft Kichers ausgepackt irgendwelche Anekdoten Und am Ende geht es nicht darum eine Lösung zu finden oder bei den Fakten zu bleiben Sondern irgendwie der anderen Generation etwas aufzudrücken.

00:12:22: Ich hatte Mitarbeiter und das hat unsere Generation sich gar nicht getraut.

00:12:25: Er sagt mir, ich kann morgen nicht kommen weil mein Hase krank ist der Junges, er ist um zwanzig Jahre alt gebildet und sagt mir er kann nicht kommen, weil er so traurig ist.

00:12:32: sein Zwergkaninchen ist krank Und das macht den So-Kirre dass er morgen nicht telefonieren kann bei mir im Telefon als Verkäufer.

00:12:39: Man kann jetzt darüber diskutieren wie aufschlussreich eine Anarktote ist.

00:12:45: Am Ende scheint es wirklich so zu sein dass die neue Generation offener in der Kommunikation ihrer Bedürfnisse ist.

00:12:52: Aber von den anderen Teilnehmern der Diskussion wird das nicht gerade als Nachteil gesehen?

00:12:58: Ventale Gesundheit

00:12:59: betrifft

00:12:59: alle Generationen, nur sind wir eine Generation, die sehr kommunikativ darüber ist und sehr offen darüber spricht.

00:13:04: Und ich finde es eigentlich eine Sache, wo wir für applaudieren sollten, dass wir gelernt haben darüber

00:13:08: zu sprechen

00:13:09: und es als erste Generation eigentlich sehr gut kommunizieren.

00:13:11: Jetzt kommen wir wieder zu Resilienz und Krankheiten, die kommen halt auch daher weil ich nicht lerne mit Niederlagen umzugehen.

00:13:16: Und dann immer alles verweicht dich jetzt keine Niederlage mehr kenne.

00:13:19: Wirkliche Mitarbeiter

00:13:21: leisten gerne

00:13:22: und arbeiten auch mehr und haben weniger Ausfälle.

00:13:26: Ich habe eine Eigenverantwortung für meine Stimmung.

00:13:28: Ich gucke kein Fernseh, ich beschäftige mich eben nicht mit Mehrzeiten Aussagen.

00:13:31: Ich meditiere, ich schreibe mir jeden Tag auf wofür ich dankbar bin.

00:13:35: Sterke Leistungen Widerstandskraft, das sind alles Worte dir immer wieder fallen wenn Martin Limbeck redet.

00:13:43: Er selber vermarktete sich natürlich dabei auch sehr gut online.

00:13:47: An einer Stelle merkt er jedoch selbst wozu die ständige Forderung nach Leistungen von Arbeitgebern geführt

00:13:53: hat.

00:13:54: Ein Punkt den wir sicherlich in der Gesellschaft versäumt haben.

00:13:58: Der wurde, glaube ich schon mehr auch von Konzernen getrieben als vom Mittelstand ist eben das wir Ausbildung schlecht geredet haben und dass wir Menschen beigebracht haben, dass sie ohne Abitur, ohne Studium nichts wert sind.

00:14:09: Das finde ich ganz schrecklich, ganz schlimm Und ich glaube, dass wir den Gegentrenn wiederbringen und das machen wir ja heute auch.

00:14:14: Sei es eben Ausbildungsberufe wo heute auch in Männer berufen Frauen sind, wo wir halt dann auch eine zweite Toilette schaffen aber das ist nicht immer möglich.

00:14:21: und was andere schaffen und wir sind zu sehr entschubbladet und zu sehr en clichés und geben Menschen halt Labels du bist nix wert wenn du das nicht machst, du bist nichts wert wenn man das macht oder du krank bist und davon müssen wir weg sondern auch der Kranke kann ja Teilzeit etwas dazu leisten in seinen Möglichkeiten.

00:14:37: So, jetzt reicht's aber mit dem Diskussionsformat.

00:14:40: Ich stelle gerne den Link zur ganzen Folge unten in die Show Notes!

00:15:06: dann in Betrieben.

00:15:08: Da, Azubis tatsächlich vielleicht ein bisschen anders ticken als noch vor zehn Jahren?

00:15:12: Ich sag jetzt mal diese andere Arbeitseinstellung vielleicht, dass eben die Arbeit nicht der Lebensinhalt ist sondern das man durchaus noch andere Interessen hat.

00:15:25: und also ich kenne tatsächlich auch viele Jugendliche die eben sagen ja dann arbeite ich halt nur dreißig Stunden Gehe dann aber meinem Hobby nach oder meinen Ehrenamt, oder was auch immer.

00:15:39: Ich glaube damit haben tatsächlich so ein bisschen die alteingesessenen zu kämpfen.

00:15:46: Alerte Fritzsche hat hier viel Verständnis für die Jugend?

00:15:51: Es sind halt einfach Vorurteile.

00:15:52: das man denkt ja, die weiß ich nicht.

00:15:56: machen halt nur Freizeit oder wie auch immer, aber es gibt ja auch so und so viele die wirklich irgendeinen Ehrenamt machen.

00:16:01: Oder sich für die Umwelt engagieren oder keine Ahnung was unser Präsident hat.

00:16:06: Auch dieses... Für ihn ist das ein Reizwort diese Work-Life Balance.

00:16:11: Aber letzten Endes ist es ja so dass man Ja, man arbeitet um zu leben, aber man lebt nicht unbedingt umzuarbeiten Und ich glaube Bedarf vielleicht noch so einer halben Generation irgendwie, die vergehen muss und dann ist das wahrscheinlich ganz normal.

00:16:30: Und wenn man jetzt auch mal daran denkt, wir diskutieren ja schon über Rente mit siebzig und vielleicht wird es noch länger... Also wie soll man das denn schaffen?

00:16:40: Wenn ich sage jetzt mal jeden Tag zehn oder zwölf Stunden arbeitet, das funktioniert ja nicht!

00:16:45: Also irgendwo muss man einen Ausgleich schaffen.

00:16:49: Dass die Prioritäten der jungen Menschen anders sind kann man auch im DGB Ausbindungsreport.

00:16:56: Das wichtigste Kriterium ist nicht der gute Lohn, sondern die gute Erreichbarkeit des Betriebes also nicht unnötig Zeit für das ewige Pendeln verwenden zu müssen.

00:17:08: Das nächste Kriterum ist das Arbeitsklima.

00:17:11: jetzt kann man wie Martin Limberg hier die Keule auspacken mit der Verweichlichung.

00:17:16: Man kann aber auch einfach sagen dass junge Menschen heute mehr auf ihr soziales Umfeld achten Und es ihnen auch wichtiger ist, dass ihn die Arbeit Spaß macht.

00:17:25: und da ist eben das Arbeitsklima ein zentraler Faktor.

00:17:29: Dann kommen die Arbeitszeiten!

00:17:31: Man setzt tatsächlich darauf, dass es Ausgleich gibt, dass Freizeit- und Familie möglich sind – und erst dann kommt die Vergütung.

00:17:39: Im Berufsbildungsbericht, im Jahr zum Jahr zum Jahre, heißt es außerdem, dass spannende Tätigkeiten immer noch einer der Hauptgründe sind, die eine Stelle attraktiv machen.

00:17:49: Das berufliche Interesse muss da sein.

00:17:52: Es spielt natürlich auch die soziale Anerkennung des Berufs eine Rolle, ob gesellschaftlich oder in der Familie.

00:17:59: Das Handwerk bietet tatsächlich viele Möglichkeiten diesen Bedürfnissen nachzukommen – so argumentiert Annette Fritzsche.

00:18:09: glaube ich, dass im Handwerk dadurch das eben so familiär ist und man sich gut kennt.

00:18:15: Und eher wie eine kleine Familie zusammenarbeitet schon immer ja sehr flexibel war von den Arbeitszeiten her auch, dass man mal zum Arzt geht oder das Kind von der Kita abholt oder was auch immer.

00:18:29: also eigentlich müsste sich im Handwerk gar nicht so viel ändern, bin ich der Meinung weil das wie gesagt ja relativ flexibel ist und man sich da gut abstimmen

00:18:39: kann.

00:18:40: Aber es ist auch kein einseitiger Gewinn denn auch die Betriebe haben Vorteile dabei wenn sie Azubis haben die neue Perspektiven mit

00:18:49: einbringen.

00:18:51: Und meistens ist es ja auch so, wenn man so jemanden hat dann profitiert man ja auch selber wieder irgendwie davon.

00:18:57: Weil man neue Kundengruppe erschließt oder irgendwas mit dem Sportverein zusammen machen kann oder wie auch immer.

00:19:05: also ich verstehe das teilweise wirklich nicht warum's da so große Vorbehalte gibt und warum man sich so dagegen sträubt.

00:19:13: Es könnte am Ende tatsächlich eine win-win Situation werden ein happy end.

00:19:18: Aber da müsste es eben doch mehr Offenheit geben für andere Lebensstile, andere Bedürfnisse von Auszubildenden und andere Voraussetzungen die diese mitbringen.

00:19:34: Am Anfang dieser Folge habe ich die vierzigtausend unversorgten Bewerber zwanzig fünfundzwanzig genannt als junge Menschen, die keine Ausbildung gefunden haben.

00:19:44: das sind eben die, die nicht die Voraossetzung gegebenenfalls erfüllen, die die Betriebe an sich stellen.

00:19:50: Wenn man hier den Aufwand auf sich nimmt und in ganz eine Chance gibt, dann kann tatsächlich ein Erfolgsgeschichte daraus werden.

00:19:59: Ein schönes Beispiel – das war nämlich jetzt auch vor kurzem und zwar hat auch einen Dachdecker aus dem Landkreis zum Beispiel auch jemanden aufgenommen der hatte nur Hauptschulabschluss und er hat dann im Zuge der Lehre noch seinen Realschulab Schluss nachgeholt und ist jetzt fertiger Geselle mit Realschutzabschluß Und wer weiß, was noch aus dem wird.

00:20:20: Also das ist auch wieder so ein Beispiel wo ich auch sage nur weil jetzt jemand eben so einen vermeintlich geringen Schulabschluss hat heißt es ja nicht dass der sich noch weiterentwickeln kann.

00:20:32: und bei manchen Zündezeiten bisschen später und bei dem anderen bisschen früher ist ja normal und menschlich.

00:20:39: Um solche Fälle wird es in den nächsten Folgen gehen Menschen mit Förderbedarf Nicht Muttersprachler oder Schülerbrecher die dann Probleme haben, auf dem Ausbildungsmarkt fündig zu werden.

00:20:52: Wir schauen uns Ihre Hürden an wie ihn geholfen werden kann und warum es politisch leider gerade in die falsche Richtung geht.

00:21:00: Vielen Dank allen alle die mitgemacht haben.

00:21:02: vielen dank an Khaled Camel für die Musik und ich freue mich auf nächste Woche!

00:21:08: Bis dann.

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